Hallo,
in den letzten Monaten war ich mit der Neumotorisierung meiner Ge 4/4 Nr. 3 beschäftigt. Bevor ich auf diese Arbeiten komme, will ich kurz über den Werdegang der Lok berichten.
So um 1989 / 90 lebten die Gartenbahn-Ambitionen wieder auf, nach dem sie gut 15 Jahre geruht hatten. Da mein "Erstlingswerk", eine 1C1-Schmalspur-Dampflok auf 3 1/2", zu viele "Jugendsünden" enthielt, als dass sie mit vertretbarem Aufwand wieder fahrfähig gemacht werden konnte, mein damals aktuelles Projekt, die EIGER, aber noch etwas brauchte, musste auf die Schnelle "was zum Fahren" her. Weil ich die vorhandenen 3 1/2" - Wagen weiterverwenden wollte, entschied ich mich für diese Spurweite, aber ebenfalls als Schmalspurmodell.
Als Antrieb hatte ich noch Motor-Getriebe-Einheiten in der Schachtel, die ich Jahre zuvor bei Völkner bestellt hatte, Daraus liess sich ein Tatzlagerantrieb basteln:
Das Getriebe war zweistufig, die Motoren von Mabuchi mit ca. 80 - 90W. Die Radsätze hatte ich aus Laufrollen für Stalltore gedreht, die mir beim örtlichen Eisenwarenhändler über den Weg gelaufen (oder besser: gerollt) waren. Die Achslager mit sphärisch gehaltenen Gleitlagern waren eigentlich für Spaltpolmotoren vorgesehen. An jedem Motor hatte ich dann noch einen Thermoschalter befestigt, wobei sich das im Nachhinein als überflüssig herausgestellt hat, denn es hat nie ein Schalter angesprochen. Die Stützrollen auf der Oberseite kamen aus dem Baumarkt (Möbelrollen).
Als Längsträger verwendete ich 25mm-Vierkantrohr, das zuvor in meinem Elternhaus als Treppengeländer gedient hatte. Auf den Grundrahmen schweisste ich dann aus 15er Stahlwinkel ein Gerippe, das ich anschließend mit 1,5mm-Resopalplatten beplankte. Die hatte ich in der Restkiste meines Holzhändlers gefunden. Die Lüftungsgitter sollten ursprünglich mal Lüfterwalzen von Querstromlüftern werden, aber abgewickelt sehen sie recht überzeugend aus.
Zwei 44Ah-Bleibatterien dienten als Energiequelle. Für jeden Motor gab es eine Europlatine mit einem Vierquadrantensteller, die ich seinerzeit für die Lok entwickelt hatte. Außerdem gab es noch eine Steuerplatine, auf der eine C-Control von Conrad werkelte. Diese war über ein Kabel mit einem Fahrpult verbunden, in dem ebenfalls eine C-Control saß. Von diesen Innerein habe ich leider keine Bilder gefunden.
Nach anfänglich Problemen (Rauchentwicklung der Leistungselektronik wegen einem Schaltungsfehler - Kommentar den Anwesenden: "Das ist ja doch 'ne Dampflok") lief die Maschine sehr zuverlässig. Für eine Saison half sie sogar bei der Ampertalbahn im Biergarten Haag im Publikumsverkehr aus. Die ständige Kreisfahrt in gleicher Richtung dort bekam allerdings des Radsätzen nicht besonders, die Spurkränze liefen scharf, außerdem fehlte bei mindestens einem Rad ein Teil des Spurkranzes, offenbar Folge einer Entgleisung.
Trotzdem war die Lok auch bei meinen Kindern sehr beliebt:
Allerdings hatte sich einer der Beiden beim Bremsen verschätzt und machte Bekanntschaft mit dem Puffer eines 7 1/4"-BERG-Fahrgestells (keine Sorge, der BERG ist nichts passiert!):
Das war der Auslöser für eine Generalreparatur.
Fortsetzung folgt.