Artikel über Berechnung und Bau der Dampfmaschine bei Verbundlokomotiven im Modell von Erwin Mahler

  • Guten Abend,

    zufällig bin ich bei der Suche nach Unterlagen auf eine augenscheinlich alte Kopie eines Aufsatzes mit dem Titel

    "Die Vierzylinder Verbundlokomotive als Projekt" gestoßen.

    Als Verfasser zeichnet ein gewisser Erwin Mahler.

    Der Aufsatz ist 17 Schreibmaschinenseiten lang und zeugt von profunden Kenntnissen des Verfassers über die Umsetzung von 4 Zylinder Verbundlokomotiven im Modell.

    Meine Frage ist, ob jemand Herrn Mahler kennt und ob dieser ggf. noch weitere Artikel zu diesem oder anderen Themen verfasst und veröffentlicht hat.

    Bei Interesse würde ich den Artikel -die Autorenschaft entsprechend kenntlich gemacht- hier einstellen.

    Gruß Kourosh

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Kourosh

    Der Artikel wurde vor Jahren mal als kleine Serie in der Gartenbahnen veröffentlicht. Ich schau mal nach welche Ausgaben und ob es auch von Erwin Mahler war.

    Gruß Eric

  • Moin,

    für den Bau einer Verbundmaschine hab ich mehrere Gespräche mit Wulf-Dieter Heinrich gehabt. Bei diesen Gesprächen haben wir auch über Literatur zum Thema geredet, er hat mir folgende Bücher empfohlen:

    Henschel Lokomotive Handbuch

    Meinecke/Röhrs Die Dampflokomotive ( antiquarisch oder als Nachdruck)

    In meinen Unterlagen hab ein Heft 4 der Schriftenreihe des DBC-D Konstruktionshandbuch für den Dampfmodellbau Dampflokomotiven von Günter Reuchlein 1982

    Mein Verbundtriebwerg ergaben sich HD 50mm und ND 70mm Durchmesser bei einem Durchmesser von 22mm für die Verbindungsleitungen. Der Hub beträgt in beiden Zylindern 80mm.

    Einen schönen Sonntag noch

    Wolfgang

  • Das Thema Verbundtriebwerk hatten wir auch schon hier im Forum.
    Aus meiner Sicht macht dies im Modellbau keinen Sinn,
    da bei einem Kesseldruck von max. 8 Bar, bei den Niederdruck Zylindern kein 4 Bar mehr ankommen,
    und die eigentlich nur noch mit heissem Wasser laufen.

    Wen 4 Zylinder, dann besser als Vierling und den Zylinder Durchmesser verkleineren, um nicht zu viel Leistung zu bekommen.

    Als Erinnerung:
    eine Modelllok im Maastab 1:10 schrumpft 3 Dimensional, also von 100 Tonnen auf 100kg.
    Die Kolbenfläche schrupft aber nur 2 Dimensional, r2 x pi.
    D.h. die Modell Dampflok, hat im Verhältnis zum Orginal 10x mehr Leistung, bei gleichem Kesseldruck.
    Daher reichen auch 8 Bar Kesseldruck (und nicht 16 Bar), um die Modelllok zum Schleudern zu bringen.

  • Hallo Daniel,

    ob ein Verbundtriebwerk im Modell Sinn macht, ist eine Philosophiefrage, die jeder für sich selbst entscheiden muß.

    So gesehen könnte man auch die Sinnhaftigkeit einer Dampflok im Modell generell in Frage stellen.

    Ich jedenfalls finde die Herausforderung spannend, eine funktionsfähige Verbundmaschine auf die Räder zu stellen.

    Der Kesseldruck von 8 bar ist ja nicht in Stein gemeisselt, so empfiehlt E. Mahler in dem oben erwähnten Artikel z.B, den Kessel auf 10 bar Betriebsdruck auszulegen.

    Aber jeder nach seiner Fasson...


    Gruß Kourosh

  • Moin,

    mitunter ist es ja ganz sinnvoll, das "Objekt der Begierde" aus einem anderen als dem üblichen Blickwinkel zu betrachten und so selbst wenn dann "nix draus wird" zu neuen Erkenntnissen rund ums Hobby zu kommen.

    Insofern freue ich mich darauf neue und bis dato unbekannte Denkansätze und Herangehensweisen kennenzulernen.

    Und zu Daniels Bemerkung

    Zitat

    ... da bei einem Kesseldruck von max. 8 Bar, bei den Niederdruck Zylindern kein 4 Bar mehr ankommen,

    und die eigentlich nur noch mit heissem Wasser laufen.

    Ich empfehle dringend, mal einen Blick in die Dampftabellen von Regnault (verfügbar im Handbuch Modelldampfmaschinen oder Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.) zu werfen, da ist wissenschaftlich gesichert anderes zu finden.

    Dass der strömungstechnischen Güte von Dampfmaschinen durchaus größere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte, als das gemeinhin geschieht, halte ich für sehr wichtig, um Effekte mehrfacher Dampfdehnung auch zum Tragen zu bringen.


    Grüße

    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo Kourosh,

    Der Verfasser: Erwin Mahler Blaubeuern ist vor 15 Jahre verstorben. Erwin Mahler war öfters Gastfahrer

    beim Schwäbischen Eisenbahnverein in Aulendorf mit BR 50 1650.

    Ich habe mit der Frau Mahler, als auch mit Junior Mahler gesprochen, Sie haben einer Veröffentlichung im

    Dampfbahner-Forum mir telefonisch zugesagt.

    Gruß Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    ich wußte nicht, daß Du hier mitliest.

    Vielen Dank für Deine Nachricht und vor allem ,das Du die Inititative ergriffen hast, und Frau Mahler bzw seinen Sohn kontaktiert hast.

    Da somit einer Veröffentlichung nichts im Wege steht, würde ich versuchen, hier das gescannte Dokument hochzuladen bzw. Jonas zur Verfügung zu stellen.

    Noch einen schönen Sonntag

    Mit besten Grüßen

    Kourosh

  • Hallo Jonas,

    vielen Dank fürs Hochladen.

    Stellungnahmen aus praktischer Sicht, die die Ausführungen von Herrn Mahler be - oder widerlegen, wären interessant.

    Gruß Kourosh

  • "Raps" Stolle hat mit mehreren - realisierten - Loks bereits bewiesen, dass "Verbund im Modell" sehr wohl funktioniert!

    "Heiß wasser betrieb" ist übrigens überhaupt nicht möglich - bei 4 bar ...

    ... ist das Medium H2O - nach meinem Wissensstand - definitiv gasförmig!

    Ich kenne Loks, die keine 16 bar brauchen, um zu schleudern;

    und bei weitem auch keine 8 bar ;) ... !

    Große Zylinder - eine gut durchgebildete Steuerung - und "mit Expansion gefahren" spart richtig viel Energie und macht obendrein gehörig Spaß;

    nicht nur im Maßstab 1:1 ... !

    Übrigens fährt seit kurzem die Stolle'sche S10.1 in Süddeutschland rum;

    die funktioniert ganz hervorragend - mit ihrem 4-Zyl.-VERBUND-Triebwerk!

    Ein würdiges "Denkmal" ihres Vorbildes ... !

    LG - jedenfalls!

    Gerald

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

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    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

    Einmal editiert, zuletzt von GeGa_DampfBahnFreak (11. Oktober 2023 um 21:18)

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    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Ich hab nie behaubtet dass es nicht funktioniert ...
    Ich hab ganz klar geschrieben: es macht aus meiner sicht keinen Sinn.
    Dass das Niederdruck Triebwerk dabei 4 Bar kaum mehr einen nenneswerte Leistung erbringt, ist wohl unbestreitbar.

  • Dass das Niederdruck Triebwerk dabei 4 Bar kaum mehr einen nenneswerte Leistung erbringt, ist wohl unbestreitbar.

    Hallo Daniel,

    Warum soll ein Triebwerk mit 4 bar keine Leistung bringen ?

    Aus eigener Erfahrung mit meiner 64 weiß ich, das man mit 4 bar sehr gut über die Runden kommt, gleiches trifft auch auf die OS 24 zu.

    Gruß Kourosh


  • Dass das Niederdruck Triebwerk dabei 4 Bar kaum mehr einen nenneswerte Leistung erbringt, ist wohl unbestreitbar.

    Hallo

    Meiner Ansicht nach zeigt sich die Qualität der Lokomotive daran, ob sie bei 4 Bar schon Leistung bringt.

    Meine BR 81 fahre ich den ganzen Tag zwischen 4 und 6 Bar.

    An den wie wild abblasenden Sicherheitsventilen erkenne ich eher die unerfahrenen Lokführer und/oder die schlecht abgestimmten Loks.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.

  • Wenn man sein Lok nur Spazierenfährt, kann man auf einer eben Strecke ohne weiteres mit 4 Bar rum tuckern...

    Aber nicht mit 1 Tonne Gewicht am Haken auf 15%o Steigung ... 8o

  • Moin Daniel,

    ich empfehle Dir, den Artikel zu lesen, dann würdest Du feststellen anhand welcher Lok die zugrundeliegenden Betrachtungen und Berechnungen erfolgten.

    Es gibt da einen schönen Spruch, bei dem eine Kuh eine Rolle spielt, der passt erstaunlicherweise ziemlich oft.

    Von einem, der den Artikel gelesen und sich die Mühe gemacht hat, die Berechnungen nachzuvollziehen

    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.