Exot auf sieben Achsen

  • Hallo liebe Dampfbahner-Gemeinde,

    neulich bin ich beim Stöbern im Eisenbahn Archiv auf eine exotische Entwurfsskizze einer Dampfmotorlok gestoßen:

    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen."

    Meine bisherigen Recherchen haben ergeben, dass es sich dabei um eine, von Henschel 1954 konstruierte (Skizzen SK680 - SK684), aber nie gebaute Lok handelt. Der Antrieb erfolgt mittels 6-Zylinder V-Motor, der unter der Rauchkammer angebracht mittels Kardanwelle mit dem vorderen Drehgestell verbunden ist. Dieser sollte Drehzahlen bis 1200 U/min erreichen. Der Kessel basiert auf dem der Baureihe 65, deshalb vermutlich die Baureihenbezeichnung 65 0001.

    Zudem habe ich jemanden gefunden, der diese Maschine als, vermutlich H0-Modell, nachbaut:

    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.

    (Quelle: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.)

    (Mehr Bilder und sogar eine Skizze aus dem Lok-Magazin Nr.58 gibt es dort leider nur, wenn man registriert ist)

    Persönlich erinnert mich der Aufbau durch die Andeutung der windschnittigen Verkleidung an das Zugpferd des Henschel-Wegmann-Zugs der Baureihe 61. Habt ihr noch andere Informationen oder Korrekturen? Würde mich freuen wenn mir jemand etwas mehr dazu erzählen kann (Bezüglich historischer und technischer Fakten). Vor allem aber wäre ich an Meinungen zur Machbarkeit eines Nachbaus in 1:8 interessiert. Gerade bei den verbauten Getrieben habe ich da bedenken in Sachen Langlebigkeit.

    Gruß Constantin

  • Hallo Constantin,

    Plan bei dieser Lok war, die vorderen 4 (angetriebenen) Achsen als Drehgestell zu lagern auf dem auch der V6 Dampfmotor (90° Anordnung der Zylinder) befestigt ist (ähnlich den Schnelltriebwagen der 30er), hier allerdings über den vorderen 2 Achsen des Drehgestells angeordnet und seitlich der Rauchkammer ragend. Vom Getriebe mittig oberhalb der Achsen sollten 4 Kardanwellen zu den einzelnen Achsen führen.
    LüP in 1:8 2088mm, Drehgestellraddurchmesser 130mm. Probleme mit Getrieben sehe ich überhaupt nicht, da gibt es fertiges das auch schon in unzähligen Loks verbaut wurde. Der V6-Dampfmotor und die bewegliche Verbindung der Dampf-/Abdampfleitungen dürfte die größere Herausforderung sein (Kurbelwelle, Länge ausgleichende Gelenke).Dass Dampfmotoren funktionieren siehe Br19 1001 in 5-Zoll.
    Hier noch ein Link zu Zeichnungen: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.

    Volker

    2 Mal editiert, zuletzt von Volker Schulze (20. Januar 2024 um 07:50)

  • Moin,

    der einfachste Weg besteht bei ernsthaftem Interesse wohl darin, sich die Zeichnungen bei ZANDER zu beschaffen.
    Ansonsten sieht die Lok wie eine europäische Interpretation der HEISLER-Idee (Waldbahn) aus den USA aus. Mehr Informationen zu HEISLER sind Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. zu finden.

    Viele Grüße
    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

  • Hallo Constantin !

    Sehr interessante Technik und Projekt.

    Sehe ich das falsch ?

    Sitzen die Zylinder nicht fest am Kessel ? Damm mit Gelenkwellen zum Getriebe (über Achse 4), dann auf Verteilergetriebe 1 (über Achse 3 - Treibt Achse 2 und 4 an) und zu Verteilergetriebe 2 (über Achse 2 - Treibt Achse 1 und 3 an).

    Im Vergleich zu den Heisler Lokomotiven, ist die deutlich höhere Endgeschwindigkeit. Somit dürften die Kräfte beim anfahren wesentlich höher sein.

    Die Gelenkwelle Motor - Getrieb ist relativ lange. Lange Gelenkwellen mit viel Drehmoment und Lastwechsel. Da gab es bei der V80 schon Probleme. Auch der Platz könnte relativ eng werden, im Drehgestell. Gerade mit Achsgetriebe und Verteilergetriebe über Achse 2 und 3.

  • Hallo zusammen,

    vielen Danke erstmal an alle Antworten.

    Volker Schulze Bist du dir sicher, dass der V-Motor am Drehgestell montiert ist? Für mich sieht es so aus, als sei dieser fest mit dem Rauchkammerträger verbunden. Entsprechend würde man überhaut keine beweglichen Dampfleitungen benötigen. Beim Thema längenausgleichende Kurbelwellen hätte ich auf bereits existierende Lösungen zurückgegriffen. Als erstes kam mir eine Keilwelle DIN ISO 14 (Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.) in den Sinn.

    Dampfspieler Natürlich habe ich vor mir die Zeichnungen zu besorgen. Allerdings wollte ich erstmal Meinungen einholen, ob ein solches Projekt überhaupt realisierbar ist, bevor ich Geld ausgebe und eine menge Zeit in die Konstruktion investiere. Außerdem bin ich auch an sonstigen Infos und Fakten zu dieser Lok interessiert, weil man im Internet einfach nicht sonderlich viel dazu findet.

    Vielleicht kennt ja jemand von euch ein Buch oder eine Zeitschrift, die mal darüber berichtet hat.

    Trambahner Das mit dem Drehmoment ist natürlich richtig. Allerdings beabsichtige ich nicht schwere Güterzüge oder gar Personenbetrieb zu fahren. Dafür ist eine solche Bauart glaube ich einfach nicht geeignet. Soll wenn überhaupt eher ein Fullscale-Modell werden (Geht natürlich nur in Grenzen, da es ja nicht sonderlich viele Zeichnungen und erst recht keine Bilder zur Lok gibt). Wie sich die möglicherweise unter den Torsionsmomenten verdrehende Welle auf die Konstruktion auswirkt kann ich natürlich nicht sagen. Aber die Welle sollte ich auf jeden Fall massiv genug auslegen. Wie dick die sein muss zeigt dann eine entsprechende Berechnung.

    Gruß Constantin

  • Hallo Constantin,,

    da könntest du durch aus Recht haben mit der Platzierung des Motors. Auf einer Zeichnung habe ich jetzt insgesamt 13! Kreuzgelenke an Kurbelwellen gesehen. Mein erster Schritt bei so einer Lok wäre der Bau des Motors. Da es wahrscheinlich kaum Unterlagen über diesen geplanten Motor gibt würde ich auf Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. zurückgreifen und 3 dieser Antriebe in 120° Versatz koppeln.

    Volker

  • Hallo Constantin,

    ich würde auf Peter Zander zugehen und ihn ansprechen. Er kann sicher zu der Lok etwas sagen oder vielleicht auch zur Entscheidungshilfe beitragen evtl auch mit einfachen Skizzen. Er ist sehr umgänglich und hilft gern (So kenne ich ihn zumindest).

    Viele Grüße

    Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

  • Moin Constantin!
    Ich denke, bei so einem Projekt wirst Du die Zeichnung eher als Vorlage für eine Eigenkonstruktion verwenden können, wie bei vielen Projekten auch. Nicht alle Details lassen sich im Modell funktionsfähig realisieren, bzw. sind auch nicht von außen zu sehen. Auch sind der Teilebeschaffung Grenzen gesetzt.
    So hab ich mir, in der 45mm Spur eine Heisler gebaut, bei Der die beiden, in 90° liegenden Zylindern von einer Kayser-Umsteuerung (mit einem Trick) gesteuert wird.
    Die Maschine, bei deinem Projekt, dürfte auf dem Rahmen liegen und die Antriebswelle geht zum hinteren Drehgestell. Der Antrieb zu den weiteren Achsen kann, wie bei der Climax, über kreuzende Achsen erfolgen, was spezielle, schräge Kegelzahnräder benötigt. Da Diese nicht handelsüblich sind, wären Einzelübertragungswellen angebrachter.
    So gesehen, ist das Projekt ein interessanter Versuch der Erfolgsaussichten hat. Wenn Du sowas Besonderes bauen möchtest, wirst Du dieses Risiko eingehen müssen. Evt. wird es nicht auf Anhieb klappen, so daß ein paar Nachbesserungen nötig werden. Auf jeden Fall, dümmer wird man davon nicht. Erfahrungen sind immer ein Vorteil.
    Also, wenn Du Dir die Konstruktion und die Umsetzung zutraust und dabei bereit bist ein gewisses Risiko ein zugehen, mach es!
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Moin Constantin!
    Noch ein Tipp für dein Projekt. Wenn Du einen besonderen Knackpunkt hast, fang erstmal nur damit an und nicht mit der ganzen Lok. So bleibt ggf. der "Mißerfolgshaufen" begrenzt.
    Bei meiner Heisler hab ich erst die Maschine gebaut:
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    Duch die Kegelzahnräder der Kayserumsteuerung dreht sich der Exenter entgegen der Antriebswelle. Das funzt so erstmal nur bei einem Zylinder. Beim linken Zylinder hab ich eine Dampfumkehrplatte eingebaut, Die dieses Problem behob. Erst als ich sah, daß die Maschine so lief, hab ich die Lok dazu gebaut:
    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.
    Da Du eine 6zylindermaschine bauen möchtest, könntest Du statt meines Exenters ein Zahnrad zur z.B. Nockenwelle über der Antriebswelle einbauen. Über diese Zahnradverbindung bekommst Du eine weitere Drehrichtungsumkehr, so daß diese Nockenwelle wieder die gleiche Drehrichtung wie die Antriebswelle hat.
    Die Maschine bzw Dampfmotor dürfte auch hier eine Herausforderung sein, Die man gesondert angehen sollte. Die Zeichnung wird Dir da gar nicht helfen. Da wirst Du Dir einiges einfallen lassen müssen.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Hallo zusammen,

    die Würfel sind gefallen. Ich werde mit der Konstruktion beginnen. Dazu habe ich mir jetzt erstmal die, im Onlineshop von Herrn Zander verfügbaren Zeichnungen gekauft. Wenn sich die Zeit findet und Interesse besteht werde ich hier im Forum darüber berichten.

    ral7016 Danke für den Tipp. Werde Herrn Zander die Tage mal anschreiben. Am Wochenende habe ich bereits im Henschelmuseum Nachgefragt. Die sitzen ja sozusagen an der "Quelle". Allerdings habe ich verständlicherweise noch keine Rückmeldung erhalten.

    gerd23029 Die Idee mit der Kayser-Umsteuerung klingt interessant. Ist auf jeden Fall einfacher als die Steuerung im Original. Hier ist eine Ventilsteuerung oberhalb der Zylinder verbaut, ähnlich wie beim Auto. Allerdings sind anstelle des Riemens zwei 90 Grad Winkelgetriebe verbaut, die mit einer Welle verbunden sind. Wie du schreibst ist der Antrieb bei dieser Lokomotive vermutlich die komplizierteste Baugruppe. Deshalb werde ich bei der Konstruktion damit beginnen. Sollte das schon nicht funktionieren habe ich zumindest eine schöne (und sehr aufwändige) Wagenbeladung.

    Gruß Constantin

  • Hallo zusammen,

    seit Montag hatte ich etwas Zeit , um mit der Konstruktion zu beginnen. Wie bereits erwähnt habe ich mit dem Dampfmotor begonnen:Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Und das Ganze noch von innen:

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    Momentan ist mein Plan das Gehäuse aus Edelstahl entweder als Schweiß- / Hartlotkonstruktion oder als Gussteil auszuführen. Die rechteckigen Löcher oben sind Montagelöcher, durch die Schrauben innerhalb des Kurbelgehäuses angezogen werden können.

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    Die Welle soll aus dem Vollen herausgearbeitet werden, wobei die Gegengewichte wie beim Original als Extrateil an die Welle geschraubt wird (im Bild noch als ein einzelnes Bauteil dargestellt). Falls möglich, möchte ich die Welle auch Härten und die Laufflächen schleifen, um den Verschleiß an der Welle zu minimieren. An den Enden wird die Kurbelwelle durch Kugellager gelagert. Die Seite, an der Das Getriebe anschließt erhält ein Festlager, um zu verhindern, dass sich die Welle verschiebt. Außerdem wird jeweils recht und links von jeder Kurbel ein Gleitlager von Igus verbaut. Kugellager sind hier ja leider nicht möglich , da die Welle aus einem einzigen Teil besteht. Die Stellen, an denen Die Nuten in der Welle sind (mittig zwischen den einzelnen Kurbeln) werden die Exzenter verbaut. Für die Umsteuerung habe ich mir nun überlegt diese durch ein Getriebe zu realisieren, welches ich sowieso bauen muss. So spare ich Platz und gehe möglichen Montageproblemen aus dem weg, die entstehen könnten, wenn ich die Steuerung im Gehäuse montieren muss.

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    Beim Pleuel habe ich mich relativ nahe am Original gehalten. Das Lager an der Kurbelwelle wird auch aus Igus. Da es hierfür keine passenden Fertiglager gibt, werden diese aus Igushalbzeug hergestellt und geschlitzt, um sie auf der Welle montieren zu können. Das Kreuzkopflager wird entweder aus Bronze oder aus Igus. Der Kreuzkopf selbst wird aus Grauguss und läuft, ähnlich wie bei einem Autozylinder, in einer Graugussbüchse.

    Das wars auch schon. Sobald ich wieder etwas Neues habe werde ich weiter berichten.

    Gruß Constantin

  • SteamEngineer 24. Januar 2024 um 20:18

    Hat das Label von Frage auf Baubericht geändert.
  • Respekt, da muss man sich erst mal drübertrauen!

    Gibts eigentlich 3d Drucker, die Wachsmodelle (z.B. für Deinen Motorblock) drucken?

    Wenn man nur ein Stück braucht, und Alu genügt, kann mans aus Styropor schnitzen und mittels lost-foam-casting giessen.

    Die Oberfläche ist bei mir nicht so schön geworden, aber wenn man das Alu heiss genug macht (min 700 Grad), dann funktionierts.

  • Ich kenne mich da nicht so aus. Edelstahl hat schon seine Vorzüge. Aber es ist eher hart, richtung spröde (rissbildung) und hat auch eine größere Ausdehnung. Wegen Rost, wird auch Öl in der Gegen sein. Ich würde eher auf ein zäheres Material gehen. Das würde auch ggf Vibrationen dämpfen.

    Zum Härten der Kurbelwelle. Bei unseren Oldtimern (Fiat 126) werden diese Nietriert. Dadurch besitzen sie einen zähen Kern und eine gehärtete/ Verschleißfeste Oberfläche.

    Auch wenn die 1200 Umdrehunge nicht soviel sind (im Vergleich zu Verbrennungsmotoren).

    Könnte man sich mit einem guten Motorenbauer/ -tuner. Mal unterhalten. Da bekommt man gute Tipps. Auch wenn die Kraftenentfaltung und Wärmehaushalt, da noch was ganz anderes ist.

    Viel Freude und Glück bei dem Projekt.

    VG Andreas

  • Gibts eigentlich 3d Drucker, die Wachsmodelle (z.B. für Deinen Motorblock) drucken?

    Hallo in die Runde,

    man kann jeden normalen FDM-Drucker nutzen - es gibt Filamente, die für Feinguss optimiert sind (im Sinne von Ascheminimierung - die verursacht Oberflächenfehler am Gussteil). Das beste ist PolyCast - druckt sich wie PLA, lässt sich mit Messer und Feile einfach glätten und ist für kompliziertere Teile leicht mittels Alkohol zu kleben. Einen älteren Beitrag hierzu siehe Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.. Es braucht allerdings so einiges an Erfahrung, Tricks und Abstimmung mit der Gießerei - der erste fast gelungene Schwingarm (Foto noch mit Fehler) hat mich 9 Monate gekostet, einschließlich langer Kommunikation mit dem Filamenthersteller...

    Schöne Grüße

    Kristian

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  • Ich hatte mal einen Roboter konstruiert, der per Feinguss hergestellt wurde. Man sah die Druckerriefen vom 3D-Druck. Aber die Teile waren extrem haltbar. Damals ging es nicht um Schönheit, sondern Prototypenbau. Man wollte sehen wie das Ganze montierbar ist und ob alle Elemente zusammenarbeiten. Nach dem Lackieren sah man nichts mehr vom Druck. Ein Roboter stand Jahre auf der SPS Messe in Nürnberg. Letzte Messe wurde dieser leider abgelöst.


    Wie es hergestellt wurde, weiß ich nicht. Man sagte mir, es wurde ein Wachs gedruckt.

  • Man sah die Druckerriefen vom 3D-Druck

    Ja, man sieht nicht nur die Druckschichten, sondern auch die Druckspuren auf ebenen Oberflächen und sogar die vertikalen "Stufen", die durch die ruckweise Bewegung der Schrittmotoren entstehen (selbst, wenn diese durch spezielle "interpolierende" Treiber angesteuert werden). Soll all das am Gussteil nicht zu sehen sein, muss man die Oberflächen händisch glätten oder zu einem besseren Drucker mit feineren Motorschritten greifen. Ich habe mal einen Test gemacht: Die untere Hälfte dieses Radreifens D 200 ist auf meinem Průša MK3 gedruckt, die obere im 3D-Laden auf dem neuesten Modell MK4 (halb so große Schritte, 1:10 untersetzter Extruder). Gedruckt wurde in Schichten von 0,05 mm, keine der Flächen wurde geschabt, nur mit Alkohol lackiert:


    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.


    Der Unterschied ist auch am gestrahlten Gussteil deutlich sichtbar:


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    Auf Fotos ist das schwierig zu erfassen, aber wenn man das Modell und auch das Gussteil unter geeignetem Gegenlicht langsam dreht, ist an der oberen Hälfte sogar zu erkennen, dass die zylindrische Fläche bei der Erzeugung der für den Druck üblichen STL-Datei durch einen Vielkant ersetzt wird - an den Grenzen der Teilflächen sieht man durch den Winkel der Teilflächen entstehende Helligkeitsunterschiede. Der neueste PrusaSlicer (und vielleicht auch andere) kann nun auch STEP-Dateien verarbeiten, da sind die Flächen dann wirklich zylindrisch (habe ich noch nicht getestet).

    Schöne Grüße

    Kristian

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für das rege Feedback.

    Teixl81 Rein aus dem Gesichtspunkt der Festigkeit gesehen würde ein Motorblock aus Aluguss vermutlich genügen. Für Edelstahl habe ich mich aus zweierlei Gründen entschieden:

    1. Größere Masse als Alu. Da die Lok keinen, wie sonst üblichen Blech oder Barrenrahmen besitzt ist jedes Gramm Gewicht mehr sehr willkommen. Durch die veränderte Rahmenbauart wird sie vermutlich sowieso leichter sein als Lokomotiven ähnlicher Größe.

    2. Korrosionsbeständigkeit. Da es sich ja um einen Dampfmotor handelt, wird über kurz oder lang auch Wasser/Dampf in das Kurbelgehäuse eindringen. Durch die recht komplexe innere Form lässt sich dieses aber nicht überall lackieren. Da ich vorhabe die Ölwanne wie beim Verbrenner mit Öl zu Füllen kommt allerdings auch überall Öl hin. Eventuell reicht da auch ein Normaler Stahl- oder Grauguss Werkstoff. Wäre auch besser zu bearbeiten. Vielleicht hat einer von euch da mehr Ahnung.

    Trambahner Die Kurbelwelle zu nitrieren wäre natürlich noch besser. Ich habe nur vor Wärmebehandlung im Allgemeinen noch sehr viel Respekt und denke, dass es einfacher ist die Welle nur zu härten. Außerdem bracht man zum nitrieren doch einen speziellen Ofen (Achtung Halbwissen, Korrekturen und Hinweise sind gerne gesehen).

    Nun Habe ich noch ein paar Fragen:

    Bezüglich der Steuerung habe ich ja bereits geschrieben, dass ich einfache Excenter verbauen und die Umsteuerung durch ein Getriebe realisieren will. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es einen Richtwert für eine optimale Voreilung gibt oder ob diese individuell durch ausprobieren ermittelt werden muss. Verbaut wird ein Kolbenschieber mit innerer Einströmung?

    Um die Getriebe für die Drehzahlreduktion passend zu konstruieren wäre es hilfreich einen groben Schätzwert für die maximale Drehzahl des Motors zu haben. Gibt es hierfür Formeln, die Anhand von Betriebsdruck, Kolbendurchmesser und Kolbenhub zumindest einen Näherungswert ergeben? Ich habe bereits errechnet, dass ich am Rad eine Drehzahl von etwa 300 U/min benötige, um auf eine Höchstgeschwindigkeit von etwas über 7 km/h zu kommen.

    Zur effizienteren Nutzung des Dampfes hatte ich die Idee den Motor als Verbundmaschine auszulegen, wobei jeweils drei Zylinder im Verbundbetrieb laufen sollen. Das Original war ein reines 6-Zylinder Hochdrucktriebwerk. Hat da jemand von euch Erfahrung zur Machbarkeit?

    Zum Abschluss noch ein Bild zum Aktuellen Stand:

    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Gruß Constantin

  • Hallo Christian,

    planst du mit einfach- oder doppelt-wirkenden Zylindern? Wenn du die Laufbuchse des Gelenks zwischen Kolbenstange und Pleuel über eine Laterne mit Dichtpackungen mit dem Zylinder (wie bei Dampfspeisepumpen) verbindest sollte es kaum zu einer Kontamination der Ölwanne durch Abdampf kommen.

    5 U/sec halte ich für machbar, ggfs. kannst du über das Eingangsgetriebe (wie bei Buchli) ja noch die Geschwindigkeit anpassen. Vielleicht kann Gerd etwas zur Drehzahl seiner Heisler sagen.
    Schau dir doch mal die Prinzipien des Sentinel Dampfmotors an. Damit fuhren ja LKW in GB. Suche auch nach Abner Doble, Mitarbeiter bei Henschel. Vielleich findest du dabei auch Infos über die 1C2-Tenderlok der Lübeck-Büchener-Eisenbahn mit 3x Twin-Dampfmotor.

    Verbundtriebwerk bei Dampfloks funktioniert, haben 2 Kollegen in meinem Verein bewiesen.
    K1 (Tasmanian Railway) und O&K B`B (Vorbild beim Feldbahnmuseum Frankfurt). Allerdings sind die Verhältnisse der Zylinderdurchmesser der ND-Zylinder angepasst.
    Ich würde erst einmal bei einem HD_Triebwerk bleiben. Wenn der Motor läuft kannst du immer noch überlegen 3 Zylinder durch ND-Zylinder zu ersetzen. Zum Anfahren dann mit Volldruck und dann durch Umschalten auf Verbund.

    Volker

    Einmal editiert, zuletzt von Volker Schulze (30. Januar 2024 um 10:26) aus folgendem Grund: Tippfehlerkorrektur

  • Moin Konstantin,

    leider sind 300 U/min etwas wenig für den von Dir angedachten "Dampfmotor", zumal ein konventionelles Lokomotivtriebwerk schon eine Höchstdrehzahl von 450 U/min erreicht.

    Die von Volker erwähnten DOBLE-Antriebe für Fahrzeuge der LBE hatten schnell laufende Dampfmotore als Tatzlagerantriebe (DT2000) mit Drehzahlen bis zu 1.700 U/min bei 110 km/h Fahrgeschwindigkeit und Dampfdrücken von 120 bar.

    Um den Aufwand bei der Steuerung in Grenzen zu halten empfehle ich wie bei Schiffsmaschinen die Bauart von Klug/Marshall und die Anordnung der Schieberkästen nach außen wie bei Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen..
    DOBLE hat übrigens die Joy-Steuerung verwendet, wobei wegen der hohen Dampfdrücke Kolbenschieber mit innerer Einströmung verwendet wurden.

    Die von Volker erwähnten SENTINEL-Dampfmotore waren ventilgesteuerte Maschinen mit längsverschiebbaren Nockenwellen, so dass es möglich war, die Drehrichtung und die Füllung (jeweils dreifach) je Drehrichtung zu ändern.

    Viele Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    Einmal editiert, zuletzt von Dampfspieler (30. Januar 2024 um 09:33)