• Hallo zusammen,
    seit dem letzten Echtdampfhallentreffen in Karlsruhe steht für mich fest: In absehbarer Zeit werde ich eine Dampflok in 1:11,3 bauen. Ja, der Heinrich und auch der GeGa sind schuld! :P Nach einiger Vorbildrecherche bin ich auf die preußische T11 gestoßen. Sie gefällt mir optisch äußerst gut, außerdem ist sie nicht allzu groß. Damit waren Würfel gefallen, ich habe ziemlich bald nach dem EDHT die Originalpläne bestellt und mit der Konstruktion im CAD angefangen. Kommende Woche fahre ich auch nach Minden, um einige Fotos vor allem vom Fahrwerk zu machen, da aus den Plänen für mich nicht sämtliche Fragen beantwortet werden können (sie widersprechen sich leider auch teilweise) und ich im Internet vermutlich sämtliche richtig betitelte Bilder durchstöbert habe.
    Natürlich habe ich im Forum gelesen und versucht mir einige Fragen selbst zu beantworten, einige habe ich bereits dem Heinrich gestellt, der sie auch immer sehr geduldig beantwortet hat.

    Nun aber zu meinen derzeitigen Fragen:
    Wenn ich den Rahmen maßstäblich baue, ergibt sich in einem 6 m Radius folgende Situation:

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    Die Vorlaufachse läuft dann im Rahmen. Das habe ich bisher nur bei kleineren Maßstäben gesehen. Natürlich könnte ich einen Ausschnitt für die Vorlaufachse machen, jedoch ist das nicht vorbildgetreu und meiner Meinung nach sollte das auch nicht nötig sein. Aber wo liegt mein Fehler? Die Treibachse habe ich als nicht seitenverschiebbar angenommen, die Kuppelachsen sind um 2,5/2,5 mm seitenverschiebbar.

    Beim Achslager habe ich versucht die Tipps aus dem Forum zu beherzigen durch die schrägen Führungen einseitiges Einfedern zu ermöglichen.

    Ansonsten noch einige Bilder vom aktuellen Stand. Durch mein Studium und sonstige Aktivitäten komme ich nicht sonderlich schnell voran, jedoch passt hier Heinrichs Spruch hervorragend ;)
    Viele Grüße
    Janosch

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    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

    Einmal editiert, zuletzt von Janosch (10. April 2016 um 16:09) aus folgendem Grund: Als Baubericht benannt

  • eigentlich bleibt dir nur, entweder den Rahmen schmäler zu machen, dann hast du mehr Platz für eine Seitenverschiebbarkeit der Achsen (merkt keiner, wenns geschickt gemacht ist), die Spurkränze zu schwächen oder einen größeren Mindestradius zu wählen. Versuchs mal mit 7 oder 8 Metern und gib in den Kurven 3mm Spurerweiterung dazu, das entspricht meines Wissens nach den Vorgaben für eine 5"-Anlage. Wenn eine Einzelmaßnahme nicht das gewünschte Ergebnis bringt mach halt mehrere Maßnahmen oder sogar Alle. Wenn gar nichts zum Erfolg führt bleibt nur noch, den Rahmen im Bereich der Räder der Vorlaufachse entsprechend auszunehmen. Eigentlich sollten aber die drei vorher genannten Maßnahmen für einen C-Kuppler mit Vorlaufachse ausreichend sein. Ich habe bei der 2 mal D-gekuppelen 96 weder verschiebliche Achsen noch Spurkranzschwächung gebraucht. Ich habe lediglich die Rahmen 4mm schmaler gebaut und den Rädern eine Laufflächenbreite von 11mm gegönnt. Damit komme ich mit dieser 8-achsigen Maschine bequem durch Radien von 8-9 Metern.
    Heinrich

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

    Einmal editiert, zuletzt von heinrich (10. Oktober 2014 um 20:30)

  • Hallo,

    da mir die einzelnen Baureihen nicht so geläufig sind, habe ich mir die T11 jetzt bei Wikipedia angesehen. So eine Idee: Dort sind über den Rädern der Vorlaufachse schöne "Kotflügel" - darunter könnte man eine lokale Verjüngung des Rahmens verbergen, die den Rädern ermöglicht, in den "normalen" Rahmen "einzusinken". Klar, nicht originalgetreu, aber zweckmäßig und nur in Kurven und für Fachleute zu erkennen...

    Das selbe Problem werde auch ich bei meiner Herzensdame (7 1/4) haben: Um in Brünn fahren zu können, muss ich sie von 150 m Mindestradius des Originals auf umgerechnet knapp 90 m bringen. An die angeblich 9 m Mindestradius beim EDHT wage ich gar nicht zu denken.

    Schöne Grüße...

    Kristian

    3 Mal editiert, zuletzt von Echtdampf-Anfänger (10. Oktober 2014 um 22:18) aus folgendem Grund: unabsichtlich durch meine Mieze abgesendet :)

  • Hallo Janosch,

    das ist eine schöne Lok die du bauen möchtest!

    Die Rahmenwangen werden (wie beim Original) über Verbindungsbleche/Streben verbunden, welche mit Winkeln senkrecht zur Rahmenwange vernietet, verschraubt oder verschweißt werden können.

    Möchtest du die Rahmenteile lasern lassen? Wenn ja - ein kleiner Tipp dazu: Gib all deinen Rahmenteilen zwei bis drei "Laschen" im CAD, sodass du die einzelnen Teile virtuell zusammenstecken kannst. Die rechteckigen Laschenlöcher machst du um 2 bis 3 10tel rundrum größer.

    Nach dem Lasern der Teile kannst du dann alles genau wie im CAD zusammenstecken und deine Rahmenteile sind bereits hinreichend genau zueinander ausgerichtet. Nachteil dabei: Die Verbindungsstellen sind äußerlich sichtbar...

    Viel Spaß beim Konstruieren,

    Christian

  • Moin Janosch,

    ich mach mich jetzt möglicherweise mal wieder unbeliebt, aber Du solltest Dich mal ein bisschen ausführlicher mit dem Objekt Deiner Begierde auseinandersetzen und zuallererst mal das machen, was man ein Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. nennt, danach ist das Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. zu erstellen.
    Derartiges Vorgehen wird Dir im Studium noch mehrfach abverlangt werden und ich kann Dir sagen, ich habe es richtiggehend gehaßt, weil man sich, um es gut zu machen, sehr in die Materie einarbeiten/hineinfinden muss. Der Vorteil, den man von einem guten Lasten- sowie Pflichtenheft hat, ist, dass man zielgerichtet arbeiten kann und einen "Einwürfe" von dritter Seite kaum vom Weg abzubringen vermögen.
    In Deinem Fall musst Du sowohl das eine wie das andere erstellen, um anschließend "loslegen" zu können.

    Entscheidend für die Lösungen, die Du einsetzt, ist, was Du mit der Lok anstellen möchtest, beispielsweise:
    - vorbildnaher Fahrbetrieb mit Kohlefeuerung (Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen., polnische Steinkohle, andere Kohle),
    - vorbildnaher Fahrbetrieb mit Gasfeuerung,
    - vorbildnaher Fahrbetrieb mit Ölfeuerung,
    - die Lok soll erkennbar eine T11 darstellen/ sie soll im äußeren Zustand Museumsqualität haben,
    - die Lok soll "Personenzüge" ziehen können (sie wird im "Überlastbetrieb" gefahren - "schau mal, was die wegzieht"),
    - im Fahrwerk/Triebwerk sollen vorbildgerechte Lösungen verwirklicht werden,
    - das Fahrwerk/Triebwerk ist im inneren Bereich funktional zu gestalten, so dass der Verschleiß und der erforderliche
    Wartungsaufwand minimmiert werden (ZIMMERMANN-Fahrwerke),
    - ...
    Da ließen sich jetzt noch eine ganze Reihe mehr Punkte finden.

    Wenn Du oben angeführte Arbeiten nur ansatzweise in Angriff genommen hättest, wärst Du darüber gestolpert, dass bei der Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. die Lauf- und die erste Kuppelachse in einem Krauss-Helmholtz-Gestell geführt werden, die mittlere Kuppelachse (Treibachse) einen geschwächten Spurkranz hat und soweit ich es weiß der Rahmen im Bereich der Räder der Vorlaufachse ausgeschnitten ist.

    Dies Video bietet zum einen gute Einblicke in die Eleganz der Lok, und verdeutlicht, was machbar ist. Die Frage ist, was Du machen möchtest.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Medienelement zu sehen.

    Übrigens sind Originalpläne "was Feines", aber nur für den, der damit umgehen kann und in der Lage ist, sie zu lesen. Ich weiß wovon ich rede, seit ich mir aus dem HENSCHEL-Museum Kopien von Originalzeichnungen einer Kleinlok besorgt habe. Die Schnittmusterbögen meiner Mutter waren dagegen übersichtlich.

    Kurz gesagt halte ich bei einem Neubau/einer Neukonstruktion, wie Du es beabsichtigst, folgendes Vorgehen für sinnvoll und zweckmäßig:
    - Ziele formulieren (was will ich),
    - Lösungsmöglichkeiten erkunden (wie will/kann ich es machen, wo brauche ich welche Hilfe),
    - Lösungsweg festlegen,
    - Konstruktion erstellen,
    - Teile fertigen.

    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Dampfspieler (11. Oktober 2014 um 10:09)

  • Hallo Dietrich,

    wenn Du hier schon “Zimmermann-Fahrwerke” angesprochen hast... Wärst Du ggf. im Stande näher zu spezifizieren, wie sehr sich in unseren Maßstäben vorbildgerechtes und funktionales Fahr/Triebwerk unterscheiden sollten, bzw. auf welche Bereiche besonderes Augenmerk zu richten ist? Meinen Vorstellungen nach kann man Festigkeitsproblemen (die für mich z.B. bei den schlanken Stangen meiner Herzensdame Thema sein könnten) durch geeignete Materialwahl entgegen treten – einfach besseren Stahl nehmen. Befürchtungen habe ich allerdings bei Stangengelenken und Achslagern – einerseits bezüglich Festigkeit des Büchsenmaterials (Bronze ist nicht durch festeres Material zu ersetzen), andererseits bezüglich Schmierung – Wegdrücken des Schmierfilms. Könntest Du uns vielleicht Tipps geben, um wieviel man welche Teile ggf. größer als maßstäblich machen muss, um die Lok überhaupt zuverlässig betreiben zu können (wenn auch nicht im Dauerlastbetrieb als Besucherbahn)? Gibt es noch weitere Problembereiche?

    Vielen Dank und schöne Grüße...

    Kristian

  • Die T11 bzw T12 sind ja in der BR74 aufgegangen. Die gab es mal als Projekt aus B. Vielleicht kann Johannes etwas zur Kurvengängigkeit und der Realisierung des Rahmens, ich glaube 4mm Wandstärke, sagen. Zum Zimmermannrahmen nur so viel, die Rahmenwangen sind 10mm stark und werden über 85mm Distanzstücke verbunden. Somit hat der Rahmen 105mm Breite.
    Übrigens hatte die T11 einen 3-ten Wassertank zwischen den Rahmenwangen.
    Volker

  • Hallo zusammen,
    es tut mir leid, ich habe es leider verpasst mich hier für die Antworten zu bedanken. Deshalb sehr verspätet: Vielen Dank!
    Es ist beim Modellbau leider auch eine Glaubensfrage, wie man seinem Hobby nachgeht, die manche Gemüter trennt.
    Ich habe das Treffen in Köln und in Karlsruhe dafür genutzt, persönlich mit verschiedenen Lokbesitzern und -bauern zu reden.
    In Köln waren die Gespräche am DBC-Stand sehr ergiebig. Dort keimte der Gedanke nicht in 5 Zoll zu bauen, nachdem ich ausgiebig mit Thomas über die 81 geredet habe. Hier war für mich vieles greifbarer, im wahrsten Sinne des Wortes. Vielen Dank hier nochmals an Thomas. Auch ein Besitzer einer preußischen T3 (auf der ich das Heizen in 1:1 gelernt habe :love: ) in 7 1/4" hat sich Zeit für mich genommen. Leider ist mir sein Name entfallen. Johannes hat eine T12 im Bau, die der T 11 sehr ähnlich ist, der mir mit einigen Unterlagen weiterhelfen konnte.
    Ich habe mir anschließend in der Hochschule die Übersichtspläne in 1:11,3 und in 1:7,8 ausdrucken lassen, um einen Eindruck von der Größe zu gewinnen. Hier hat es mir auch der größere Maßstab mehr angetan.

    Nach verschiedenen Gesprächen in Karlsruhe, hier sei vor allem der Matthias (Weichenschlosser) zu nennen, stand für mich fest, dass ich in 1:7,8 bauen werde.
    Dank CAD sind solche Änderungen glücklicherweise leicht vor zu nehmen und ich bin (war) noch am Anfang meiner Planungen.

    In der vorlesungsfreien Zeit im März ergab sich dann die Möglichkeit auf einen 3D-Drucker der Hochschule zuzugreifen (Ultimaker 2). Ich habe die Räder entsprechend gussgerecht umgestaltet (geteilt und sonstige kleinere Anpassungen, wie Bearbeitungszugabe, Schwundmaß und Ausformschrägen) und das Glück war auf meiner Seite: Sie passen gerade noch auf die Druckplatte.
    Aktuell ist noch geplant die Zylinder und den Schornstein zu drucken und mit den Rädern gießen zu lassen. Hier bin ich aber noch nicht weit genug mit der 3D-Modellierung. Auch muss ich mir noch überlegen, wie ich die Formen teilen soll.
    Und was wäre ein Beitrag ohne Bilder? Deshalb gibt es zum Schluss noch ein paar.
    Viele Grüße
    Janosch

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    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

    Einmal editiert, zuletzt von Janosch (21. August 2015 um 15:01)

  • Hallo Christian,
    ich habe mich zwar nach Gießereien in der Nähe umgesehen, aber noch keine der beiden aufgesucht.
    Viele Grüße
    Janosch

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

  • Mir wurde mal diese Gießerei genannt, die auch einen Bereich für Modellbauer hat:
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    Ein Bildle eines Gußbaums nach Wachsmodellen, die sie auch herstellen:
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  • Hallo Stephan,
    dank dir erst mal für den Link. Bekommst noch eine Mail bezüglich unseres Telefonats vor kurzem ;)

    Ich hatte im Kopf die Teile in GGG (Sphäroguss, GJS) im Sandgussverfahren gießen zu lassen. Die von dir genannte Gießerei verarbeitet Kupferlegierungen und Aluminium.
    Die beiden Gießereien, die ich mir rausgesucht habe, sind auch beide näher an meinem Wohnort. Die eine ist gerade mal 15km entfernt, die andere 60km. Ob sie den Auftrag letztendlich annehmen, ist auch so eine Frage. Es hat sich schon öfter als hilfreich herausgestellt, wenn man persönlich vorbeikommen kann.

    Viele Grüße
    Janosch

    Edit: Ich kann ja mal den Link zu den beiden Gießereien anhängen:
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    Einmal editiert, zuletzt von Janosch (24. Oktober 2015 um 10:34)

  • Hallo zusammen,
    inzwischen habe ich das Bachelorstudium abgeschlossen, bin umgezogen und mache nun den Master in Aalen. Durch den Umzug waren die ausgesuchten Gießereien für mich nicht mehr interessant. Wie es der Zufall ergab, gibt es hier in Aalen auch Gießereien. Vor zwei Wochen bin ich nach den Vorlesungen zur nächsten Gießerei gegangen, hab mir alles zeigen lassen und habe anschließend mit der Sprache rausgerückt: "Würdet ihr mir für eine Modelllok die Räder gießen?" Ich habe die Modelle der Räder auf Fotos auf dem Handy gezeigt, kurze Vorabantwort: "Können wir machen, bring sie mal kommende Woche mit, die muss ich mir noch genauer anschauen. Welches Material soll's denn sein?". Zufälligerweise ist diesen Monat ein Auftrag mit GJS. Alu wird dort öfter vergossen.
    In der darauf folgenden Woche die Modelle mitgebracht, kam die kurze, aber erfreuliche Antwort: "Kriegen wir hin" Nun kam aber, was ich bereits befürchtet habe. Die Modelle müssen nachbearbeitet werden. Aus dem Drucker in die Form ist leider nicht, zumindest nicht, wenn er mittels Extruder die Modelle aufbaut. Nun gut, Spritzspachtel und Schleifpapier im Baumarkt besorgt. Falls jemand ebenfalls in der selben Art vorgehen will und sich keinen Wolf suchen will: Auf PLA hält der Spritzspachtel von Presto. PLA ist für so einen Extruderdrucker deutlich angenehmer zum Drucken, ABS ist nunja, sagen wir anspruchsvoller.
    Als es um die Kosten ging, gab es noch ein sehr studentenfreundliches Angebot: Wenn ich nach einem kurzen "Lehrgang" die Räder selbst einforme, sind die Kosten für den Guss überschaubar :thumbup:

    Das war der Ausgangszustand aus dem Drucker mit Spritzspachtel besprüht. Erst mit diesem sieht man die rauhe Oberfläche so deutlich:
    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.


    Anschließend habe ich die Räder mit 200er Schleifpapier geschliffen. Das Ergebnis hat mich nicht überzeugt. Der Gießer gab mir mit auf den Weg: Möglichst glatt soll es sein, wegen dem Ausformen, der Guss kann maximal so gut werden, wie das Modell. Also nochmals Spritzspachtel drauf, dieses mal aber dünner und nochmals mit 400er Schleifpapier geschliffen. Ich bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden, mal sehen, was der Gießer kommende Woche sagt.
    Dazu gesagt werden kann: Trotz der Arbeitserleichterung durch das Drucken, ob man wirklich schneller ist, kann ich nicht so sicher behaupten. Das Drucken selbst hat insgesamt sicher 100 Stunden gedauert, Fehlversuche, bei denen die Parameter nicht gestimmt haben, nicht eingerechnet. Da gingen auch viele Stunden drauf. Das Nacharbeiten nun nochmals ca. 16 Stunden. Einen Vorteil hat das Drucken dennoch: Die Form ist gut vorgegeben. Von Hand geschnitzt hätte ich es wahrscheinlich in der Qualität nicht ohne weiteres hinbekommen. Von daher ist es für mich die passende Technik.
    Eine weitere Anmerkung: Ich würde auch nicht mehr die Zapfen zum Verbinden der beiden Formhälften mit drucken. Wenn man ein 10 mm Rund druckt und in eine 10,05 mm Bohrung reinstecken möchte, geht das recht schwer. Ende vom Lied war, dass ein paar Zapfen abgebrochen sind. Der Gießer sagte mir außerdem, dass die beiden Formhälften ganz leicht ineinander laufen müssen. Das alles geht besser, wenn man eine Bohrung in beide Modellhälften druckt und dort die Zapfen und die Hülsen aus Metall einklebt.
    Eine weitere Anmerkung des Gießers möchte ich euch ebenfalls nicht vorenthalten: Es ist leichter das Rad dicht zu speisen (d.h. ohne Lunker), wenn man die Lauffläche bis hoch zum Spurkranz zieht.

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    Viele Grüße
    Janosch

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

    4 Mal editiert, zuletzt von Janosch (10. April 2016 um 13:49) aus folgendem Grund: Sprachliche Defizite versucht auszumerzen und nun noch vergessene Zeilen hinzufügen

  • Hallo zusammen,
    kurzer Zwischenstand: Am Mittwoch war der Probeguss, gleichzeitig wurde ich an diesem Tag "angelernt". Gestern wurde dann ausgepackt 8o

    Die Vorderseite im unteren Formkasten vor dem Einformen:
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    Vorderseite eingeformt:
    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Rückseite, Gießsystem und Speiser im oberen Formkasten platziert, die Speiser auf der Radnabe wurden nach dem Bild wieder entfernt:
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    Die Schmelze im Schmelzofen
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    Einfüllen der Schmelze in den Formkasten
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    Der fertige Guss; Rückseite:
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    Vorderseite:
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    Ich bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Die sichtbaren Lunker gehen voraussichtlich in der Bearbeitungszugabe unter, die Einfallstelle in der Nabe weitestgehend in der Achsbohrung, der Rest wird Plan gedreht und die Achse entsprechend angepasst.

    Viele Grüße Janosch, der sich wie ein Kind an Weihnachten fühlt :D

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)

    Einmal editiert, zuletzt von Janosch (22. April 2016 um 11:56)

  • Hallo zusammen,
    nun stelle ich doch die Frage, weil mich die Suchfunktion so nicht weiter gebracht hat und ich einen Griff ins Klo ganz gerne vermeiden möchte:
    Bisher habe ich nach dem DBC Heft 4 gearbeitet. Es ist gewiss Bequemlichkeit, da darin so ziemlich alles drin ist, was man benötigt. Nach dem Durchstöbern der Garba-Hefte, eigentlich suchte ich darin nach einem Artikel über Spannsätze zur Befestigung der Räder auf der Achse, ist mir in der Garba 1/97 ein Artikel ins Auge gefallen. Dieser handelt von Normen für Räder und Radsatz. Kurz überflogen und das Herz kurz eine Etage tiefer gerutscht. Radbreite N wird dort mit mindestens 21 mm angegeben. Ich hatte mich an erfreulich maßstäblichen die 18,5 mm aus dem Heft 4 gehalten. Mist! Danach google angeschmissen, auf der Seite vom DBC-D gelandet, darüber an die NEM310G und NEM311 gelangt. In dieser steht, dass die Radreifenbreite kleiner sein darf, wenn das Leitmaß K + Radbreite N > 190 mm für Spur 7 ist...kurzes nachrechnen ergab, das ist selbst bei den 18,5 mm gegeben, puh! :whistling:
    Ich habe das Radprofil entsprechend der Norm angepasst, auf den Radius R2 (in meiner Zeichnung benannt mit R1) von 1,5 mm komme ich aber nicht mit einer Spurkranzdicke von 3 mm, gehe ich auf 4 mm ist das Spurspiel nicht mehr gegeben. Man ist von der Norm recht eingeschränkt, man kommt eigentlich nur hin, wenn man die Mindestmaße nimmt. Ich habe mal 20 mm Radbreite angenommen, ich muss erst schauen, was die Gussteile hergeben. Nun kommt endlich meine eigentliche Frage an die erfahrenen: Passt das Radprofil so und hat sich der R1 mit 3 mm (in meiner Zeichnung benannt mit R3) bewährt? Gibt es ansonsten Punkte, die man beachten sollte, damit ich nichts konstruiere, was regelmäßig neben den Gleisen landet?
    Viele Grüße
    Janosch

    PS: In der Gießerei wurde ich gefragt, wie ich denn die Zylinder herstellen möchte. Als ich erwähnte, dass ich eine Schraub- und Schweißkonstruktion bzw. Hartlötkonstruktion angedacht habe, kam nur ein abfälliges "Bäh, schweißen". Vielleicht ergibt sich so doch, dass der Zylinder gegossen wird :D

  • Hallo Janosch

    Bisher dachte ich, die Lok wird in 5Zoll gebaut.

    Wenn deine Gussteile für 7 1/4" keine Radbreite von 21 mm nach der Bearbeitung hergeben, so sind sie devinitiv zu schmal und du riskierst beim Fahren auf unseren, teilweise mit maximaler Spurerweiterung gebauten Anlagen, das du in der Kurve im Schotter stehst.
    Bevor du noch mehr Zeit in diese Räder steckst, betrachte sie als Lehrgeld und lass dir Neue gießen, die dann auch Fischhäute an den Speichen haben und bei denen die Speichen so dick sind, das die gewünschte Speichenstärke nach der Entfernung der rauhen Oberfläche erreicht wird.
    Alles Andere wird nur Frust.

    Die vorhandenen Modelle lassen sich doch mit wenig Aufwand an den kritischen Stellen verstärken.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

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  • Hallo Thomas,
    das habe ich wohl nicht eindeutig genug rüber gebracht. Ja, sie wird für 7 1/4" gebaut.
    Ich bin nach deiner Antwort froh, dass ich nachgefragt habe. Danke für die schnelle Antwort! Stimmt die in der Norm angegebene maximale Spurweite von 190 mm für 184mm Nennweite, auch in den Kurven, mit der Praxis überein? Kann man dann davon ausgehen, dass K+N> 196 mm sein sollte?
    Der Radius R1 (Übergang Lauffläche zu Spurkranz) wird in besonderem Maße mit der Entgleisungsneigung in der Norm in Verbindung gebracht. Deshalb frage ich noch mal: Ist dieser mit 3 mm für 7 1/4" bewährt?*

    Die Speichen stimmen so, Schwimmhäute besaß die T11 nicht, dafür ist sie "zu alt". Siehe hierzu das Bild vom Vorbild. Die Oberfläche der Speichen möchte ich ebenfalls nur minimal bearbeiten, tiefere Lunker werden mit Spachtel gefüllt und verschliffen. Eine leicht rauhe Oberfläche ist von mir erwünscht, eine Gussoptik ist schon gewollt. Wegen der Festigkeit mache ich mir keine Gedanken.
    Nun wird ein schmaler Holzring auf den Spurkranz geklebt, dann wird die Breite beim Radreifen sicher erreicht.
    Viele Grüße
    Janosch

    *Edit: Ich gehe einfach davon aus, wenn der Radius als Empfehlung den Weg in die Norm gefunden hat.

  • Hallo Janosch

    mit Rädern, die nach den Maßen auf der DBC-D Seite gebaut sind, wirst du keine Probleme haben.
    Die Breite von 21mm der Lauffläche ist das Mindestmaß, mehr schadet nie.
    Der Radius zwischen Lauffläche und Spurkranz muss grösser sein als der Radius am Schienenkopf. Da bei uns meist relativ scharfkantiges Rechteckprofil als Schienenmaterial verwendet wird, ist ein so großer Radius nicht unbedingt erforderlich.
    Es muss aber ein Radius sein, eine Ecke ist nicht ausreichend.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

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  • Hallo Thomas,
    mich hatte folgender Satz verunsichert, weshalb ich nochmals speziell nach dem R1 nachgefragt habe:

    R1 muss jedoch größer sein als die Schienenkopfabrundung. Der derzeitige Wert gilt nur für den Betrieb auf scharfkantigem Rechteckprofil und muss noch abgestimmt werden!

    Nun weiß ich bescheid, dankeschön :)
    Viele Grüße
    Janosch

    Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)