mechanische Bremsen

  • Hallo Modellbauer,

    ich habe eine Frage zu "echten" mechanischen Bremsen am 5-Zoll-Fahrzeug. Die Reibungskraft (= Bremskraft) bei Stahlrädern und Bremsklötzen aus Stahl ist mäßig, auch wenn ich die Winkel am Bremsklotz genau dem an der Radlauffläche anpasse. Die erzielte Bremswirkung ist auch bei hoher Andruckkraft nicht befriedigend.

    Wie ist Eure Erfahrung? Benutzt Ihr andere Materialien oder belegt Ihr die Bremsklötze mit einem Material, welches die Reibung verstärkt?

    Für Anregungen wäre ich dankbar.

    Joachim

  • Hallo Joachim,

    ich fertige die Bremsklötzer auf dem 3D Drucker, natürlich nur für die Wagen und eklektisch angetrieben Loks.

    Als Material kommt dafür ABS zum Einsatz.

    In unseren Personenzügen im Verein halten die im schnitt 2-3 Jahre und werden dann bei der Wartung im Winter überprüft und bei bedarf gewechselt.

    Gruß Wolfgang

  • Hallo Modellbauer,

    ich habe eine Frage zu "echten" mechanischen Bremsen am 5-Zoll-Fahrzeug. Die Reibungskraft (= Bremskraft) bei Stahlrädern und Bremsklötzen aus Stahl ist mäßig, auch wenn ich die Winkel am Bremsklotz genau dem an der Radlauffläche anpasse. Die erzielte Bremswirkung ist auch bei hoher Andruckkraft nicht befriedigend.

    Wie ist Eure Erfahrung? Benutzt Ihr andere Materialien oder belegt Ihr die Bremsklötze mit einem Material, welches die Reibung verstärkt?

    Für Anregungen wäre ich dankbar.

    Joachim

    Hallo Joachim

    Was meinst du mit 5-Zoll-Fahrzeug? Sind es Lokomotiven oder Wagen?

    Der Wirkungsgrad einer Bremse hängt ja immer auch mit der Reibung auf dem Gleis zusammen.

    Wir haben sowohl Bremsklötze aus Stahl, als auch aus Grauguss im Einsatz. Beide können auf rutschigem Gleis das Rad Blockieren und die Fuhre rutscht oder die Reibung auf den Schienen ist stärker und das Rad dreht so lange bis das Fahrzeug zum Stillstand gelangt.

    Sanftes Bremsen bist zum Stillstand hat nach meiner Meinung am meisten mit Gefühl für das Fahrzeug und dem aktuellen Zustand der Gleise zu tun als mit mehr Reibung zwischen Bremsklotz und Rädern.

    An unseren Lokomotiven werden die mechanischen Bremsen gegen den Antrieb, egal ob dampfgetrieben oder elektrisch, nicht Meister, Motoren müssen also aus und Regler zu sein, um eine Lokomotive zum Stillstand zu bringen.

    War das hilfreich?

    Gruss Simon

  • Hallo Joachim,

    beim Tender für meinen Tenwheeler habe ich die Bremsklötze in Ermangelung von anderem Material aus 10mm-Siebdruckplatte (Multiplex-Sperrholz) angefertigt. Die Bremswirkung (mit Spindelbremse) ist gut, die Bremsen geben sogar kurz vor dem Anhalten Bremsenquietschen von sich. Eigentlich wollte ich die Bremsklötze "später" gegen solche aus Pertinax austauschen, weil die Holzklötze aber bisher halten, dafür gab es aber bis jetzt keine Notwendigkeit, dafür viele andere Projekte. Ich glaube, dass die Bockerlbahner bei ihren 7 1/4"- Drehgestellen ebenfalls Bremsklötze aus Siebdruck einsetzen.

    Interessant finde ich auch die Lösung von Wolfgang, denn auch meine Erfahrungen mit ABS und PETG sind durchweg positiv, was die Abriebfestigkeit angeht. Lediglich auf langen Gefällestrecken könnte es zu Problemen kommen....

    Gruß Andreas

  • Hallo Joachim,

    bis jetzt habe ich meine Bremsklötze aus einer originalen 1:1 Bremsklotzsohle "herausgeschnitzt". Die Bremswirkung in Verbindung mit den Stahlrädern bei meinem 4ax Bedienwaggon war immer ausreichend, egal ob als Betriebsbremsung oder Schnellbremsung. Die Bearbeitung der originalen Bremsklotzsohle war jetzt nicht so berauschend, vermutlich wegen des hohen Phosphorgehalts im GG.

    Heute würde ich normalen GG25 verwenden oder oder auch die Möglichkeit des 3D-Druckers nutzen und Bremsklötze aus Kunststoff drucken. Die Lösung von Wolfgang hat wirklich etwas Interessantes, zumal ja auch im Original auf die K-Sohle umgestellt wird (werden muß).

    Gruß Helmut

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    Manchmal braucht man ein halbes Leben, um zu begreifen, wie man es nicht machen sollte und dann kommt man in Zeitnot.

  • Hallo Wolfgang, Simon, Andreas und Helmut,

    danke für Eure Hinweise. Ich will vorwiegend Wagen bremsen, sowohl als Feststell- als auch als Betriebsbremse. Dass dabei der Antrieb ausgeschaltet sein muss, versteht sich von selbst. Aber wenn 200 kg Anhängelast zu bremsen sind, brauche ich schon eine ordentliche Bremswirkung.

    Grauguss habe ich mir schon gedacht, die Bearbeitung ist aber eine ganz schöne Sauerei. Auf die Siebdruckplatte wäre ich nicht gekommen, wäre auszuprobieren. Was spricht für Pertinax? Hat es bessere Reibwerte?

    Überhaupt nicht auf dem Plan hatte ich den 3D-Druck. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das erstens hält und zweitens auch eine gute Bremswirkung hat. Ich werde es ausprobieren. Welches Filament ist dafür zu empfehlen? Normales ABS oder glasfaserverstärktes Filament? Hat jemand eine Druckdatei (Maßstab ca. 1:11) für mich?

    Danke!

    Joachim

  • Hallo Joachim,

    Druckdatei ist da so eine Sache, da gibt's keine einheitliche. Ich habe für unsere Personenwagen relativ robuste Klötzer und für die Donnerbüchsen dem orginal nachempfunden. Ich habe auch schon für meine BR102.1 ,Bghw und Güterwagendrehstelle gefertigt. Da sollte man nach seinen Vorstellungen selbst die Zeichnung fertigen.

    Gruß Wolfgang

    Gruß Wolfgang

  • Hallo Joachim,

    die Bremswirkung resultiert aus 2 Faktoren: Reibungskoeffizient und Anpressdruck. Hast du genügend Druck, schadet geringere Reibung nicht, siehe Eisenbahn mit ihren GG-Klötzen mit bekanntlich schlechterer Reibung. Limitierend ist hier die Reibung Rad-Schiene. Eher ist die Energiefrage wichtig: All die Bremsenergie wird in Wärme umgesetzt und die muss abgeleitet werden - je schlechter die Wärmeleitfähigkeit, desto größer die Erhitzung der Bremsfläche. Da hätte ich bei ABS bedenken, hat doch recht weit zu "professionellen" Bremsbelägen... ;)

    Schöne Grüße

    Kristian

  • Wir verwenden seit Jahrzehnten Eichenholz als Bremsklötze. Die werden einfach von einem 4 Kanntstab, mit der Metallsäge abgelängt.

    Die bremsen gut und halten lange.

    Ich hab auch schon gesehen, dass jemand Fahrrad Bremsklötze verwendet hat. Funktionieren auch sehr gut.

    Die Energie die beim Bremsen von relativ kleinen Massen, wie bei 5 Zoll Bahnen, in Wärme umgewandelt wird, kann durch die Räder problemlos abgeführt werden.

    Eichenholz wurde übrigens auch bei der richtigen Bahn bis ca.1865, für Bremsklötze verwendet. 8)

    Die SBB Ee 3/3 Rangierloks und die RABDe 12/12 Treibzüge, wahr berüchtigt für ihre stinkenden Kunstoffbremsklötze. <X

  • Danke für die Hinweise, sie haben mich auf für mich ganz neue Gedanken gebracht. Ich habe u.a. den Vorschlag bekommen, Gummis vom Fahrrad zu verwenden. Eine gute Idee, aber schlecht zu bearbeiten. Bremsklötze aus Holz - bestimmt eine gute Sache. Aber da muss man Drechsler sein, um auch optisch ordentliche Bremsklötze herstellen zu können. Grauguss - eine sehr dreckige Sache bei der Bearbeitung.

    Angeregt von Euch habe ich mir mal die Reibwerte verschiedener Materialien gegen Stahl angesehen:

    Stahl gegen Stahl 0,1

    Stahl gegen Eiche 0,5

    Stahl gegen Grauguss 0,18

    Stahl gegen Gummi 0,45

    Stahl gegen PET 0,25

    Stahl gegen PVC-U 0,6

    Also eine große Bandbreite und alles ist besser als Stahl auf Stahl. Besonders neu für mich war, dass die Polyestermaterialien (u.a. PLA und PETG für den 3D-Druck) auch nicht schlecht abschneiden. Sie liegen in einem Bereich zwischen 0,25 und 0,55.

    Ich werden demzufolge Versuche mit dem 3D-Druck aus PETG beginnen. Vor der Wärmeentwicklung ist mir nicht bange, ich fahre keine langen Gefällestrecken, wo sich die Bremsen übermäßig erwärmen könnten. Und im 3D-Druck können leicht auch optisch schöne und maßgenaue Bremsklötze (Neigung der Lauffläche des Rades) hergestellt werden. Offensichtlich sind diese auch mechanisch fest genug um den Betrieb der Gartenbahn zu überstehen.

    Hat jemand von Euch Erfahrungen / Tiefenwissen, welches Filament den besten Reibwert hat?

    Danke. Joachim

  • Hallo Joachim,

    Holz kann man auch auf der Drehbank bearbeiten.

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    Ich hab' erst mal mit der Bandsäge (Stichsäge geht auch) eine Ronde ausgesägt und dann die Bohrung grob vorgeschnitten, das Ganze dann außen ins Dreibackenfutter gespannt und die Innenkontur bearbeitet (mit Schräge zur Anpassung an die Lauffläche).

    Auf der Bohrmaschine die Bohrungen für die Befestigungsbolzen bohren.

    Dann umgespannt und die Umfangsfläche bearbeitet, hier ist ein Einstich notwendig, um die Bremshänger einzuführen:

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    Zum Schluss die Außenkontur mit der Säge herstellen und vereinzeln -> fertig!

    Grüße

    Andreas

  • Eine gute Idee, aber schlecht zu bearbeiten. Bremsklötze aus Holz - bestimmt eine gute Sache. Aber da muss man Drechsler sein, um auch optisch ordentliche Bremsklötze herstellen zu können.

    Moin Joachim!

    Schau mal Motor #1 der RGS (gallopping Goose) in 5", meinen Beitrag vom 19.1.2020. Da hab ich den Bau meiner Eichen-Holzbremse beschrieben.

    In Der Praxis bin ich mit der Bremse zufrieden. Was will man mehr?

    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Guten Morgen

    Ähnlich wie Willy habe ich es auch gemacht, allerdings

    mit Klötze aus Buche und ich habe damit gute Erfahrungen

    gemacht. Die Bremswirkung ist sehr gut. Sie lässt nur nach,

    wenn sich Schmutz wie Blätter, Gras oder Erde dazwischen

    setzt. Aber ich denke das ist bei allen anderen das selbe

    Problem.

    Gruß Michael

  • Hallo Heinz Dieter,

    der Vorschlag mit dem Bremsband klingt erfolgversprechend. Mit was für einen Kleber habt Ihr das an der Bremsbacke aus Stahl angeklebt?

    Die Vorschläge mit den Bremsklötzen aus Holz überzeugen mich noch nicht, denn neben der zweifellos guten Bremswirkung sollte der Bremsklotz auch optisch ansprechend bleiben. Etwa so: Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Ich habe bei einer Ausführung aus Holz Bedenken wegen der Haltbarkeit. Ich befürchte ein Aufspalten. Deshalb finde ich den Gedanken einen Stahlbremsklotz mit Bremsband zu belegen, interessant.

    Joachim

  • Ich habe u.a. den Vorschlag bekommen, Gummis vom Fahrrad zu verwenden. Eine gute Idee, aber schlecht zu bearbeiten.


    Ich habe bei einer Ausführung aus Holz Bedenken wegen der Haltbarkeit. Ich befürchte ein Aufspalten. Deshalb finde ich den Gedanken einen Stahlbremsklotz mit Bremsband zu belegen, interessant.

    Die Fahrradbremsklötze werden nicht bearbeitet, sondern so wie sie sind direkt angeschraubt.


    Eichenholz hält sehr lange, da es sehr hart ist, ähnlich wie Matall.
    Die Gefahr einer Aufspaltung ist sehr gering, aber Abhängig vom Faserverlauf und der Art der Bearbeitung,

    und tritt, wen dann, schon bei der Bearbeitung auf.