Diskussion Druckluftbremse aus - Güterwagen Spur 5 in alternativer Bautechnik

  • Moin A76!
    Im Modell ist der Kolbenstangendurchmesser sicher ein Faktor.
    In meinem Beitrag #8 gestern, habe ich die Kunze Knorr Bremse etwas zu umfangreich vorgestellt.
    Kurz gesagt, auf der Kolbenstange vom großen Kolben zwischen A- ind B-Kammer ist noch ein unscheinbarer kleiner Kolben mit Zylinder, der die A-Kammer nach außen abdichtet und bei Druckgleichheit den Kolben sicher in die Lösestellung bringt.
    Gruß Gerd

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Ich habe mich mit der KK-Bremse ehrlich gesagt noch nicht beschäftigt. Ich habe die KE-Bremse durchgearbeitet.

    Ich habe jetzt einen Lego Technik Zylinder genommen und mit gespielt. Hier ein Video. Ich hoffe, jetzt sieht man es funktioniert.

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    Mit meinem Orsta Pneumatikbaukasten ging es nicht. Die Kolbenstange ist zu dünn und man sah, wie durch den hohen Druck sich die Dichtungen verspannten. Ich will auch den Lego Zylinder nicht mit einen höheren Druck fahren. Also die Zweikammerbremse kommt später.

  • Die komplette KK-Bremse wollte ich auch nicht vorstellen sondern nur den A- und B-Kammerteil, da hier die Problematik des doppelt beaufschlagten Kolbens gelöst ist.
    Bei der Museumsbahn hatte ich diese Bremse bei einer Donnerbüchse durch gearbeitet und kenne den kleinen Kolben, der in der Zeichnung kaum zu sehen ist, genau.

    V20, pr. AT1, würt. Kittel DTW, (Ur-) galloping Goose

  • Wertes Forum,

    meine Druckluftkomponenten kamen heute an und ich habe einen Testaufbau mit minimalen Mitteln zusammengestellt. Hier das Video von meinem Test. Ich muss zur Erklärung hinzufügen, dass die gezeigten Absperrhähne tatsächlich manuelle 3/2-Vegeventile sind und so eingebaut wurden, dass sie im abgesperrten Zustand den Outgo, also die jeweilige Zylinderkammer entlüften.

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    In dem Video wäre die linke Leitung zusätzlich mit einem Rückschlagventil und einem Druckbehälter ausgestattet. Mit dem 3/2-Wege-Ventil wäre die Bremse ausgeschaltet und entlüftet.

    Die rechte Leitung wäre an die Hauptleitunng/Hauptluftleitung angeschlossen und das Schließen des rechten 3/2-Wege-Ventils simuliert das Entlüften der Leitung.

    Niemals hätte ich geglaubt, dass dies so gut funktioniert. Den Vordruck habe ich bis etwa 2 bar reduzieren können und der Zylinder fährt immer noch aus wenn an beiden Seiten der gleiche Druck anliegt.

    Ich möchte ernsthaft Abbitte leisten, im Besonderen bei A76, für meine Ketzerei und meine Unkenntnis der Pneumatik (oder der Physik wenn man so will). Ich hoffe meine Entschuldigung wird angenommen. Vielen Dank für eure Geduld und eure Erklärungen.

    Viele Grüße
    Werner

    PS: Hier schon vorab zu im Video zu sehen, werde ich separat meinen Bauthread mit dem Umbau der Bremsanlage zu einer Druckluftbremsanlage weiterführen.

  • Die komplette KK-Bremse wollte ich auch nicht vorstellen sondern nur den A- und B-Kammerteil, da hier die Problematik des doppelt beaufschlagten Kolbens gelöst ist.
    Bei der Museumsbahn hatte ich diese Bremse bei einer Donnerbüchse durch gearbeitet und kenne den kleinen Kolben, der in der Zeichnung kaum zu sehen ist, genau.

    Die Kk Bremse muss ich mal durcharbeiten. Aber was früher für ein Aufwand betrieben wurde. Auch die HIK Bremse. Ja die Donnerbüchsen hatten Kk. Dürfen auch Steilstrecke fahren. Und nein zerlegt habe ich leider nichts.

  • Ich möchte ernsthaft Abbitte leisten, im Besonderen bei A76, für meine Ketzerei und meine Unkenntnis der Pneumatik (oder der Physik wenn man so will). Ich hoffe meine Entschuldigung wird angenommen. Vielen Dank für eure Geduld und eure Erklärungen.

    Alles gut. Was mich nur gestört hat war, dass man nichts geglaubt hat, auch wenn derjenige beruflich damit zu tun hat. Ich habe feststellen müssen. Auch wenn man was nicht sieht oder begreift, kann es trotzdem vorhanden sein.

    Ein paar Anmerkungen habe ich noch.

    Am Hilfsluftbehälter sollte man ein Entlüftungsventil anbauen, damit man den Wagen auch mal abziehen kann, das heißt im abgestellten Zustand die Bremse lösen kann.

    Auch wenn die Bremse pneumatisch aus selbst öffnet, sollte man trotzdem eine Rückholfeder einbauen. Die muss nur so stark sein, dass im entlüfteten Betrieb die Bremse sicher öffnet. Im jetztigen Zustand entlüftest du den Wagen und der Bremszylinder bleibt einfach stehen und die Bremse schleift. Man könnte eine Druckfeder auf die Kolbenstange stecken.

    Der Durchmesser der Kolbenstange bestimmt, bei welcher ersten Druckabsenkung die Bremse reagiert. Man kann es theoretisch berechnen. Aber je dünner die Kolbenstange, desto früher kommt die Bremse. In Zukunft möglichst dieselben Kolbenstangendurchmesser benutzen, damit alle Wagen ungefähr gleich anlegen.

    Jedes Rückschlagventil braucht etwas Kraft um zu öffnen. so kommt am Hilfsluftbehälter nicht so viel Druck an, wie in der HLL. Möglichst ein leichtgängiges Ventil nutzen. Je schwerer es reagiert, desto später kommt die Bremse bei der ersten Bremsung.

    Da kein Druckbegrenzer verbaut wird, funktioniert die Bremse bei jedem Regeldruck in der HLL. Es müssen sich nur die Hilfsluftbehälter zueinander angleichen, dann reagiert die Bremse überall gleich. Das Verhältnis von der einen Kolbenseite zur anderen Seite bestimmt den Druckunterschied und wann die Bremse kommt. Und bei einem doppelt wirkenden Zylinder ist es nun mal die Kolbenstange, die den Unterschied der Flächen bestimmt.

  • Was mich nur gestört hat war,

    Ja, das war mein Fehler, ich war zu überheblich. Mich stören aber auch manche Dinge, zum Beispiel wenn jemand ohne Anrede und Gruß postet - ich bin eben ein wenig konservativ. Vermutlich war ich deshalb von Anfang an zu negativ eingestellt und verschlossen gegenüber deinen Ideen.

    Am Hilfsluftbehälter sollte man ein Entlüftungsventil anbauen, damit man den Wagen auch mal abziehen kann, das heißt im abgestellten Zustand die Bremse lösen kann.

    Die Entlüftung hatte ich bereits bei der Weixelbaumer-Bremse eingeplant, das manuelle 3/2-Wege-Ventil soll diese Aufgabe übernehmen. Mit dem Absperren der Luft wird dann gleichzeitig die Leitung entlüftet und der Behälter geleert. Hier noch die Pneumatik-Schemata:

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    Oben ist die Hauptleitung, links und rechts die Ports an der Pufferbohle mit Absperrhähnen. Ich denke, ich habe soweit alles verstanden.

    Eine Rückholfeder war in meinem Baubericht schon bei dem elektrisch simulierten Bremszylinder angedeutet und in dem Gestänge hatte ich Anlenkungspunkte dafür vorgesehen.

    Der testweise Umbau der Bremse auf Zug statt auf Druck war durch den Aufbau meines Wagens mit Alu-Profilen glücklicherweise gar kein Problem, ich brauche nur ein paar Positionen zu verschieben. Da ich mit deinem Konzept den Druckminderer einsparen kann und auch keine Steuerventil wie bei anderen Bremssystemen brauche, werde ich den Wagen so umbauen. Allerdings will ich nun einige Materialstärken der gedruckten Teile anpassen, damit die Sache stabil ist. Von den Kräften auf die Zugstangen und Hebel sollte sich eigentlich nicht viel ändern, Sorge macht mir nur die Kraftübertragung von der Kolbenstange auf den ersten Hebel.

    Viele Grüße
    Werner

  • Immer wieder interessant zu sehen wie solche Diskussionen ausarten und das die Ergebnisse nach einiger Zeit immer auf den selben grünen Zweig kommen, und dann wieder alle versöhnt.
    :)

    Die Zweikammerbremse ist halt die einfachste und effektivste Druckluftbremse.
    Wenn man sich dann noch einiges bei der "Brems-Medium-Erzeugung und Regelung" sparen will... ist man wieder bei der Saugluftbremse. ;)

    Die habe ich übrigens mittlerweile bei der "Le Tortillard" auf der Lok und dem Zug von Marcel Schultz in der Praxis und in Aktion erleben können. Bremst, und funktioniert vom feinsten! :thumbup:

  • Ja, das war mein Fehler, ich war zu überheblich. Mich stören aber auch manche Dinge, zum Beispiel wenn jemand ohne Anrede und Gruß postet - ich bin eben ein wenig konservativ. Vermutlich war ich deshalb von Anfang an zu negativ eingestellt und verschlossen gegenüber deinen Ideen.

    Ich habe ein Problem mit dem Gruß. Ich diskutiere in einem Forum und es kommt mir so vor, als ob ich bei einem richtigen Gespräch, jedesmal wenn ich mit dem Reden dran bin, grüße. Ich grüße am Anfang des Threads, wenn ich beginne, aber nicht in der Mitte. Es fühlt sich einfach blöd an.

    Die Entlüftung hatte ich bereits bei der Weixelbaumer-Bremse eingeplant, das manuelle 3/2-Wege-Ventil soll diese Aufgabe übernehmen. Mit dem Absperren der Luft wird dann gleichzeitig die Leitung entlüftet und der Behälter geleert. Hier noch die Pneumatik-Schemata:

    Warum die Luft absperren? Es reicht wirklich vollkommen ein 2/2 Wegeventil. Es muss nur nach dem Rückschlagventil aus dem Behälter die Luft raus. Ein 2/2 Ventil gegen Außenluft. geht natürlich auch ein vorhandenes 3/2 Wegeventil, wenn man die Lufteingangsseite nutzt. Aber absperren braucht es nicht.

    Oder willst du die Bremse damit noch abschalten? Wird in der Praxis aber so nicht gemacht. Es könnte ja eine Leitung defekt sein. Dann hilft es nicht. Abgeschalten wird die Bremse idR kurz nach der HLL, dass gleich alles tot ist.

    Die Zweikammerbremse ist halt die einfachste und effektivste Druckluftbremse.

    Das habe ich schon so oft auch in anderen Beiträgen geschrieben. Ich denke da zB als ich die Knupfer Bremse angekreidet habe.

    Leider setzte sich dei Zweikammerbremse bei der Bahn nicht durch. Wetsinghouse hatte mit seiner Einkammerbremse das Monopol. Die Zweikammerbremse ist auch nicht richig kompatibel miit den einlösigen Bremsen. Die Zweikammerbremse bremst erst voll, wenn die HLL leer ist. Alle anderen schon bei 3,5 in der Leitung. Es wurde damals gefordert, alle Bremsen müssen bei 3,5 Bar voll anlegen. So braucht man von 3,5 bis 5 nicht so viel Luft.

    Das bezweifle ich aber. Eine lange Leitung ist von 0 auf 5 schneller gefüllt ist als eine andere Leitung von 3,5 plus alle Hilfsluftbehälter.

    Die einlösige Westinghouse Bremse hat aber noch einen Vorteil. Nur eine leichte Druckerhöhung und alle Bremsen machen auf. Der Zug kann schneller wieder fahren und während der Fahrt alles wieder füllen. Die Luftpumpen waren ja noch nicht so stark. die Zweikammerbremse löst ja erst, wenn die Leitung wieder Regeldruck hat. Auch wenn die Behälter nicht gefüllt werrden mussten.


    Die Briten wollten keine Lizenzgebüren zahlen und setzten auf die Saugluftbremse. Güterzüge fuhren bis spät in die 60er ungebremst und langsam. Es fuhren nur am Schluss und Anfang Bremswagen mit.

    Ja die Zweikammerbremse ist genial einfach und sogar mehrlösig und unerschöpfbar, hatte aber keine Chance. Und heute mit Gleitschutzreglern und Schnellbremsstellung total veraltet. Man kann bei der Zweikammerbresme den Bremsdruck nicht erhöhen oder erniedrigen. Auch kann man die Bremskraft nicht direkt messen.

    Aber warum das einfache Bremssystem nicht bei der Gartenbahn?

  • Nachtrag:

    Bremsabschlusshähne sind bei der großen Bahn auch 3/2 Wegeventile. Es wird so der Schlauch geleert und man kann gefahrlos die Kupplungen lösen. Auch wird beim Trennen der Leitung erst nur ein Hahn geschlossen und so Luft vom abzuhängenden Teil abgelassen. Aber hauptsächlich um die Schläuche luftleer zu machen.

  • Hallo A76,

    (so weiß man auf wen sich der Post bezieht - aber egal)
    vielen Dank für deine Erklärungen.

    Warum die Luft absperren?

    Oder willst du die Bremse damit noch abschalten?

    Bremsabschlusshähne sind bei der großen Bahn auch 3/2 Wegeventile. Es wird so der Schlauch geleert und man kann gefahrlos die Kupplungen lösen. Auch wird beim Trennen der Leitung erst nur ein Hahn geschlossen und so Luft vom abzuhängenden Teil abgelassen.

    Genau das war meine Überlegung für das 3/2-Wege-Ventil am Luftbehälter.An den Wagen-Enden will ich die gleichen 3/2-Wege-Ventile verbauen. Beim Trennen des Zugs würde ich das vordere Ventil schließen - damit wird die Hauptleitung der nachfolgenden Wagen entlüftet. Danach kann ich die Luftleitung trennen. Nun sind aber die Bremsen aller nachfolgenden Wagen angelegt. Wenn ich diese Wagen bewegen will, kann ich dann deren bremsen lösen indem ich das 3/2-Wege-Ventil am Luftbehälter absperre und damit gleichzeitig den Lufbehälter leere. Und - meiner unmaßgeblichen Kenntnis nach - kann man beim Vorbild ebenfalls die Bremse entlüften.

    Den Effekt, dass ich beim Absperren die Bremse eines bestimmten Wagens unwirksam machen kann, hatte ich dagegen nicht vordergründig im Sinn.

    Man kann bei der Zweikammerbresme den Bremsdruck nicht erhöhen oder erniedrigen.

    Ich werde auf jeden Fall schauen, wie die Bremse in der Praxis funktioniert, wobei es noch eine Weile dauern wird bis meine Lok fertig ist und ich tatsächlich fahren kann. Wenn meine Anforderungen nach einer fein dosierbaren Bremse nicht erfüllt sind, baue ich sie um - durch mein Baukonzept für den Wagen unter Verwendung von Alu-Profilen erlaubt mi8r maximale Variabilität. Ich werde in meinerm Baubericht darüber berichten.

    Viele Grüße
    Werner

  • Und - meiner unmaßgeblichen Kenntnis nach - kann man beim Vorbild ebenfalls die Bremse entlüften.

    Ja.

    Bei der einlösigen Bremse wird der Hilfsluftbehälter gelleert. Bei der modernen KE-Bremse nur die Steuerkammer. Die speichert den höchsten Druck in der Leitung und dient als Reverenz. Es bleiben aber da die Vorratsluftbehälter mit Druck erhalten. Beim Füllen ist so die Bremse schneller betriebsbereit.

    Bei der Bahn ist aber der Hebel zum Abschalten der Bremse und der Lösezug getrennt. Auch ist bei einem Reisezugwagen der Lösezug als federndes Ventil ausgeführt. So vergisst man es nicht. Güterwagen haben einen automatischen Lösezug. Ist die HLL leer, rastet der Lösezug ein und leert bis die Steuerkammer leer ist. Bei Druck in der HLL ist der Lösezug gefedert. So kann der Rangierer gleich zum nächsten Wagen und muss nicht warten bis die Steuerkammer leer ist.

    Wird eine Bremse abgeschaltet werden alle Behälter geleert und das Steuerventil von der HLL getrennt.

    Das war ein Ausflug zur großen Bahn. Ich hätte zwischen Leitung und Bremse ein Ventil gebaut, falls der Zylinder undicht ist, kann der Wagen weiter fahren. Und ich hätte den Luftbehälter mit einem federrückgestellten 2/2 Wegeventil geleert. Das ist aber alles eine Frage der Kosten. Die Ventile im Video sind ja noch "günstig". Ich weiß nicht was die jetzt kosten. Schon lange nicht mehr verbaut.

  • Hallo A76,

    Die Ventile im Video sind ja noch "günstig".

    du darfst ruhig "billig" sagen. Sie funktionieren aber und halten dicht. Rezensionen bei Amazon, die eine Undichtigkeit reklamieren, haben nicht verstanden, dass es sich bei diesen Billigteilen um Kugelventile mit Entlüftung, also 3/2-Wege-Ventile handelt. Wenn man es ganz genau nehmen will sind es sogar 3/3-Wege-Ventile, denn es gibt eine Zwischenstellung in der das Ventil abgesperrt, die Entlüftung aber noch gesschlossen ist.

    Da ich immer dazu neige, gleich eine gewissen Menge auf Vorrat zu kaufen (Papa ante Portas) kosten die Dinger gerade mal knapp einen Euro. Mit professionellen Ventilen wären die Kosten für Ventile und Fittings uetwa 10x so hoch. Das ist aber nicht der einzige Grund warum ich die Billigheimer genommen habe: Sie sind klein und können mit Schrauben durch die Bohrungen ganz einfach an meinen Alu-Profilen befestigt werden.

    Die ganze Komplexität einer Bahnbremse will ich garnicht an meinem Wagen abbilden. Mir würde es reichen, eine feinfühlig bedienbare Bremse für Bergabfahrten, eine Feststellbremse und - ich habe erfahren, dass dies notwendig sei - eine schnell wirkende Notbremse zu haben.

    Obwohl das Bremsystem noch nicht komplett eingebaut ist, konnte ich die Feststellbremse schon abhaken: Bei entlüfteter Hauptleitung halten das Rückschlagventil, der heute im Wagen installierte Luftbehälter (125 ml) und der Zylinder bei angelegter Bremse den Druck seit nun etwa 8 Stunden.
    Die schnell wirkende Notbremse ist zumindest im Wagen auch gegeben. Hier kommt es später letztlich auf die Umsetzung des Führerbremsventils in der Lok oder im Bedienwagen an.
    In Bezug auf die feinfühlige Bremse lassen sich erst Aussagen treffen wenn ich den Wagen mal hinter meiner zukünftigen Lok oder in einem fremden Zug einstellen kann.

    Viele Grüße
    Werner

    • Offizieller Beitrag

    Servus,

    jetzt muss ich auch mal Klugscheisen:D, was ich glaub mit meinen ca 4 Jahren bei DB Cargo auch etwas kann:

    Güterwagen haben einen automatischen Lösezug. Ist die HLL leer, rastet der Lösezug ein und leert bis die Steuerkammer leer ist. Bei Druck in der HLL ist der Lösezug gefedert. So kann der Rangierer gleich zum nächsten Wagen und muss nicht warten bis die Steuerkammer leer ist.

    So ganz stimmt deine Aussage nicht:

    Zumindest an den Güterwagen wo ich bei DB Cargo die Finger dran hatte, hat KEIN Lösezug Automatisch beim Entleeren der HL die Steuerkammer entleert. Wäre dies der Fall würde jeder Abgehängte Zug im gefälle Weglaufen, da zur Erstsicherung die HL komplett geleert wird und somit alle Bremsen anlegen(Und ja es werden Hemmschuhe gelegt zum Sichern aber das Dauert auch eine Weile)

    Hier wäre es dann kontraproduktiv wenn die Steuerkammer sich dann Automatisch entlüftet.

    Da dir sonst die Abgestellen Wagen Abhauen.

    Gleiche nicht nur beim Rangieren sondern auch bei der Schnellbremsung wo deine HL entleert wird, wäre es Kontraproduktiv wenn sich die Bremsen in der Gefahrenbremsung selber wieder lösen da die Steuerkammer leer ist.


    Die Automatik Funktion(auch Schnelllöseventil genannt) die du hier beschreibst erleichtert dir nur die Zugdauer am Lösezug, an so einem Reicht es meist so ca 5-10sec zu ziehen, und die Steuerkammer leert sich dann allein. Dennoch ist hier genauso wie überall anderst der Lösezustand festzustellen bevor man an den nächsten Wagen geht, denn wer hätte es gedacht in ca 30% der Fälle gehen die Ventile nicht wie sollen.

    Und falls das Ventil wirklich spinnen sollte heißt es, ziehen bis man keine Luft mehr hat.

    So das war mal nen Ausflug in mein altes Arbeitsleben:D

    Gruß Patrick

    Einmal editiert, zuletzt von Wagner (14. September 2024 um 22:54)

  • Wagner

    Klar hast Du Recht. Ich habe mich verschrieben oder falsch ausgedrückt. Natürlich muss man am Lösezug ziehen. Bei den Automatikventilen, wenn sie funktionieren leert sich die Steuerkammer dann automatisch. Von sich aus passiert nichts.

    Als ich noch als Heizer fuhr, wurden die Wagen in einem Lokschuppen untergestellt. Der Weg zur Drehscheibe lag im Bogen. Also den Zug am Bahnsteig richtig lang gemacht. Dann zur Drehscheibe gefahren. (Fahren im letzten Wagen war ein Erlebnis, wie das ruckelt) Und dann abziehen und per Muskelkraft in den Schuppen schieben. Ich habe da auch den Lösezug betätigt. Es waren Schürzenwagen, man kam kaum an den Zug und es dauerte. Da bließ das Ventil nur noch schwach, aber die Bremse war immer noch angelegt. Bei dem autoamtischen Lösezug muss man nur kurz ziehen, gab es aber nicht.

    Wenn ich bei meinem kleinen Steuerventil die A-Kammer über den Lösezug leere (bei mir nur eine Drossel) leert sich auch die HLL mit. Müsste beim KE-Ventil über die Kanäle eigenlich auch gehen, wenn der CV-Druck weg ist, sprich Bremse gelöst ist und der A-Druck Überwacher offen ist. Ich schreibe HLL, weil ich mit Reichsbahnern zu tun habe und von denen gelernt habe. Ich nutze auch Atm statt Bar.

    Monnemer

    Wirklich billig. Ja man kann auch 3/3 Wegeventile drauß machen. Aber als Führerbremsventil taugen die nicht so richtig. Die Luft macht zu schnell auf und zu. Dann muss unbedingt eine Drossel eingebaut werden. Ich habe ein Konstuktionsbüro und darf nur Festo einbauen. Da sind die Ventile im Video ungefähr 10 Euro teuer. (Ich weiß es nicht, müsste nachsehen wie teuer jetzt) Ein Aluventil kostet 50 Euro aufwärts. Deshalb meinte ich billig. Iich habe meine Teile über einen Sondermaschinenbau geholt. Die bekommen noch Rabat.

    Bucki

    Ich kenne den Kanal. Der ist wirklich gut. Es wird auch auf einfache Art die KE-Bremse erklärt.

  • Als Tipp. Wenn man einen Wagen mit KE Steuerventiel abziehen will und kein Automatik Lösezug vorhanden ist.. Dann kann man auch die Bremse Ausschalten. Die KE Steuerventiel entleeren die A-Kammer selbsttätig. (Bei den Aktuellen wenigstens.)


    Kann da nur zustimme. Der YouTub Kanal "Der Silberling" ist wirklich klasse.

  • Als Tipp. Wenn man einen Wagen mit KE Steuerventiel abziehen will und kein Automatik Lösezug vorhanden ist.. Dann kann man auch die Bremse Ausschalten. Die KE Steuerventiel entleeren die A-Kammer selbsttätig. (Bei den Aktuellen wenigstens.)

    Waren damals HIK Bremsen. Die Wagen waren von 1934. Die liefen so ruhig, richtig Klasse. Auch waren die bequem, besonders in der 1. Klasse. Nicht zu vergleichen mit den heutigen Müll. Wir hatten auch teilweise im Wagen geschlafen. In der ersten Klasse konnte man die Sitze zur Liegewiese umbauen.

    Aber laut Unterlagen macht der Hebel zum Aussachalten alle Behälter der Bremse leer. Also müsste es zum Abstellen funktionieren. Nur zum Rangieren muss dannach der R-Behälter wieder gefüllt werden.